Der Wald als zentraler Lern- und Spielort

Aufgrund unserer naturpädagogischen Betreuungsweise spielt der Wald als Aufenthaltsort eine zentrale Rolle. Die Kindergruppe verbringt am Morgen ungefähr zwei Stunden im Wald. In seiner Vielfalt bietet der Wald eine besonders anregende und bedürfnisorientierte Spiel- und Lernumgebung für die Kinder. Es ist uns wichtig, den räumlichen Übergang zwischen Haus und Wald bewusst mit den Kindern zu erleben. Mithilfe von Kreisritualen und Liedern werden die Pflanzen und Tiere im Wald begrüsst und verabschiedet.

Das unstrukturierte Spielmaterial des Waldes ist sehr wertvoll. Der Phantasie der Kinder sind keine Grenzen gesetzt. Ein Zweig wird zum Zauberstab oder Flugzeug, ein Tannzapfen zur Waldmaus. Das Freispiel im Wald ist hierbei besonders wichtig. Durch die Vielfalt des Waldes kann im Freispiel jede Art von Spiel entstehen. Von Konstruktionsspiel über Rollenspiel bis hin zu Gruppen- und Regelspielen ist alles möglich. Auch zum Klettern und Werken lädt der Wald ein und mit dem richtigen Material im Rucksack wird ein toter Baumstamm sofort zur Werkbank und ein paar Seile verzaubern sich in ein Spinnennetz und Kletterparadies. Spielen und Lernen geschieht hier parallel und in Wechselwirkung. Sowohl fein- und grobmotorische Fähigkeiten als auch sprachliche und soziale Kompetenzen werden beim Spielen im Wald gefördert. Intensive Erlebnisse mit der Natur stärken ausserdem das Selbstvertrauen und den Durchhaltewillen der einzelnen Kinder und den Zusammenhalt der Gruppe. Dank der Neugier und dem Forschergeist der Kinder erwerben sie zugleich (und ganz nebenbei) Sachwissen über die Tiere und Pflanzen im Wald.